Balance und Achtsamkeit

5 Tipps für Entspannungsübungen zu Hause

In meinen Kursen lehre ich Kindern und Erwachsenen, wie sie in ihrem Alltag mehr Gelassenheit und Achtsamkeit einbringen können. Damit die Übungen auch langfristig effektiv sind, müssen die Teilnehmer zu Hause weiter üben. Ähnlich wie bei Muskelaufbauendem Sport. Wenn man nur einmal in der Woche ins Fitnessstudio geht, lassen Erfolge auf sich warten. Ebenso müssen wir unser Nervensystem trainieren.

in 8 Kursen erlernen sie autogenes Training, PMR in einzelnen Körperregionen und Achtsamkeitsübungen. All diese Übungen können im Alltag anwendet. Aber wie ist das umsetzbar bzw. wie können die Übungen umgesetzt werden, wenn sich (Klein-) Kinder im Haushalt aufhalten?

  1. Ohne Ablenkungen üben

Ist einfach daher gesagt, aber genau das ist das ist die größte Achtsamkeitsübung von allen: im Moment bleiben und sich ohne Ablenkung auf die Formeln konzentrieren. Das braucht Übung. Anfangs schweifen die Gedanken noch ab. Ist die Spülmaschine ausgeräumt? Muss der Müll raus? Was war das für ein Geräusch? All diese Gedanken dürfen weiterziehen um sich ganz auf das Training zu konzentrieren. Auch digitale Medien wie Radio, Fernseher oder Handy sind in dieser Zeit ausgeschaltet. Wenn möglich Tür schließen und ganz bei sich bleiben.

2. Übungen ankündigen

Gerade mit Kindern im Haushalt ist es ratsam, anzukündigen, was man gerade vorhat. So können sich die Kinder darauf einstellen, dass ein Elternteil kurzzeitig nicht greifbar ist. Die Kinder können vor der Übungen ihre Bedürfnisse mitteilen, ob Trinken, einen Snack oder ein Spielzeug holen. Auch das braucht Übung. Kinder verstehen durchaus, dass auch Eltern eine Pause brauchen, wenn man es klar kommuniziert. Das geht natürlich nur, wenn das Kind auch eine gewisse Zeit sich alleine beschäftigen kann, im Säuglingsalter wird eine Person sich um das Baby kümmern während der Übung.

3. Eine Routine anlegen

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Rituale geben uns im Alltag Sicherheit und Halt. Versuchen Sie daher sich ein Ritual für die Übungen zu schaffen. Einen Tee trinken vor dem Training, zu einer bestimmten Uhrzeit üben oder ihre Lieblingskerze anzünden. Je ritualisierter die Übungen im Alltag sind, desto leichter lassen sie sich umsetzen. 

4. Kein Druck

Gerade bei Übungen, die das Nervensystem trainieren, ist der Erfolg oft nicht nach der ersten Übung zu sehen. Geht man mit der falschen Erwartungshaltung des sofortigen Erfolges an die Übung, werden die Teilnehmer oft enttäuscht. Wie weiter oben beschrieben, ist eine Regelmäßigkeit ausschlaggebend für die Effektivität der Übungen. Nehmen Sie daher den Druck raus. Sie müssen nicht sofort beim allerersten Mal spüren, ob der Körper reagiert. Jeder hat ein individuelles Lerntempo.

5. Ehrlich zu sich selbst sein

Ich praktiziere das autogene Training und progressive Muskelentspannung seit knapp 1 1/2 Jahren. Ich spüre deutlich die positiven Veränderungen, doch übe auch ich weiterhin. Ähnlich wie beim Muskelaufbau. Sobald der gewünschte Effekt eingetreten ist, wird er gehalten durch regelmäßiges Training. Daher seien Sie ehrlich zu sich und zum Trainer. Fällt Ihnen eine Übung schwer oder haben sie nicht verstanden, kommunizieren Sie es ehrlich. Die Entspannungskurse bauen aufeinander auf. In meinen Kursen gebe ich den Teilnehmern zum Abschluss noch Raum, sich zu den Übungen zu äußern. Was fiel schwer, was braucht Übung, wie kann man es zu Hause umsetzen? Ebenso gibt es Kursunterlagen zu den Übungen. So können die Teilnehmer nachlesen, was geübt wurde und eintragen, zu welcher Uhrzeit sie geübt haben. 

 

Diese Tipps sind kein Patentrezept für eine erfolgreiche Übung, sie helfen aber bei der Umsetzung. Bei Fragen oder Schwierigkeiten werden Sie sich immer an Ihren Kursleiter.